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Tür 24 ...

Vorlesegeschichte
„Das Licht im Fenster“

Es war Winter und in dem Stadtviertel, das nie ganz still war, fuhren Autos, Paketboten klingelten an den Häusern, Menschen gingen schnell und mit dicken Schals aneinander vorbei. Aber obwohl überall Geräusche waren, fühlte sich die Straße in diesem Jahr seltsam leer an.

In einem Haus in dieser Straße lebte Emil. Er mochte den Dezember normalerweise sehr, aber in diesem Jahr schien alles schwer. Auf vielen Balkonen war es dunkel geblieben. Irgendwie fühlte sich alles ein bisschen müde an.

Eines Abends stand Emil am Fenster. Er sah in die Nacht hinaus und dachte: „Wenn keiner anfängt, bleibt alles dunkel.“ Also holte er eine kleine Lichterkette aus der Schublade. Nicht die größte, nicht die schönste, aber sie leuchtete noch. Er hängte sie ans Fenster. Mehr tat er nicht. Es war nur ein Licht.

Doch gegenüber sah Frau Keller es. Sie lebte allein und sprach nicht viel mit den Nachbarn. Sie setzte sich jeden Abend ans Fenster und schaute in die Straße. An diesem Abend blieb ihr Blick etwas länger an Emils Fenster hängen. Sie lächelte ein kleines bisschen. Und am gleichen Abend holte sie eine Kerze aus dem Schrank, stellte sie in ein Glas, zündete sie an und stellte sie ebenfalls ans Fenster.

Ein paar Häuser weiter bemerkte ein Mädchen auf dem Heimweg die beiden Lichter. Sie blieb kurz stehen, ganz ohne zu wissen warum. Dann lief er nach Hause, suchte eine kleine Sternenlichterkette und legte sie an ihre Fensterscheibe.

Niemand sprach darüber. Niemand klopfte irgendwo an. Niemand rief: „Lasst uns das gemeinsam machen!“ Es passierte einfach. Nach und nach wurden in der Straße mehr Fenster warm. Manche ganz schlicht, manche bunt, manche nur mit einem kleinen Stern. Niemand wusste genau, wer zuerst angefangen hatte, und niemand musste es wissen.

Am Abend blickte Emil wieder nach draußen. Und plötzlich war die Straße nicht mehr so leer. Sie war nicht laut, nicht fröhlich, nicht voller Trubel – aber sie war heller. Und irgendwie freundlicher.

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