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Tür 18 ...

Vorlesegeschichte
„Die Weihnachtslichter von Winterstadt“

In Winterstadt, einer großen Stadt mit funkelnden Schaufenstern, gemütlichen Cafés und geschäftigen Straßen, begann es an einem Dezemberabend sanft zu schneien. Die Schneeflocken schwebten langsam vom Himmel und legten sich wie kleine weiße Sterne auf Dächer, Straßen und Laternen.

Für die Menschen in Winterstadt war das etwas ganz Besonderes, denn es bedeutete, dass die Zeit der Weihnachtslichterzeremoni näher rückte – ein Fest, auf das sich alle freuten. Der riesige Tannenbaum mitten auf dem Marktplatz wurde jedes Jahr prächtig geschmückt und erstrahlte am ersten Adventssonntag zum ersten Mal in funkelndem Licht. Die Leute kamen aus der ganzen Stadt, um diesen Moment zu erleben.

In einer Wohnung am Rande des Marktplatzes stand Mila, ein neugieriges Mädchen mit einer roten Mütze, hervorragenden Spürnasenfähigkeiten und einer unbändigen Liebe zu Weihnachten, am Fenster. Ihr bester Freund Jonas, der oft lachte und immer ein paar Krümel von Lebkuchen in den Taschen hatte, klopfte an ihre Tür. „Bist du bereit?“, fragte Jonas mit einem breiten Grinsen. „Schon längst!“, rief Mila und schnappte sich ihre Schal-Mütze-Handschuh-Kombination.

Sie liefen durch die geschäftige Stadt. Aus den Fenstern duftete es nach Plätzchen, aus einem Musikladen klang leise Weihnachtsmusik, und an jeder Ecke standen Stände mit warmem Kakao.

Die beiden Kinder liebten diese besondere Zeit. Doch als sie den Marktplatz erreichten, blieb ihnen der Atem stehen. Der riesige Weihnachtsbaum – normalerweise das strahlende Herz Winterstadts – war dunkel. Kein einziges Licht funkelte. Die Menschen murmelten durcheinander. Ein paar Kinder sahen enttäuscht aus, manche Erwachsenen wirkten ratlos. Der Bürgermeister kratzte sich am Kopf und der Elektriker drehte prüfend an einem großen Schalter.

„Oh nein!“, sagte Jonas. „Das ist der schlimmste Start in die Weihnachtszeit überhaupt!“ Mila kniff die Augen zusammen. „Irgendetwas stimmt hier nicht. Wir müssen herausfinden, weshalb der Baum nicht leuchtet.“

Mila und Jonas beschlossen, durch die Stadt zu gehen und Hinweise zu sammeln. Beim Bäcker Benno, der gerade Vanillekipferl aus dem Ofen holte, fragten sie:
„Benno, weißt du etwas über den dunklen Baum?“ Benno schüttelte den Kopf. „Ich habe heute nur Teig gesehen, keine Lichter.“ Beim Busfahrer Bruno, der seine letzte Runde drehte, fragten sie ebenfalls. „Keine Ahnung“, brummte er. „Aber ohne Lichter ist die Stadt nur halb so schön.“ Sie sprachen mit der Blumenverkäuferin Rosi, mit dem Mann am Bratwurstand, mit der Eislauftrainerin und sogar mit dem Polizisten, der freundlich Schokolade verteilte.

Alle waren traurig, aber niemand wusste, woran es lag. Als Mila und Jonas zurück zum Marktplatz liefen, hörten sie plötzlich ein leises Schluchzen. Es kam von hinten, wo der Baum stand. Sie schauten vorsichtig nach – und entdeckten Lumi, den kleinen Stadtwichtel. Lumi war nicht größer als eine Schulmappe, hatte eine grüne Zipfelmütze, funkelnde Augen und trug ein Mäntelchen, das aussah, als wäre es aus Schneeflocken genäht. Er war sonst immer fröhlich – doch heute kullerten ihm dicke Tränen über die Wangen.

„Lumi?“, fragte Mila leise. „Was ist passiert?“ „Es… es ist schrecklich!“, schniefte Lumi.
„Ich wollte wie jedes Jahr die Weihnachtslichtermagie aktivieren. Dafür brauchen wir den Lichtkristall – das Herz des Baums! Ohne ihn leuchtet kein einziges Licht.“ Jonas riss die Augen auf. „Und wo ist er jetzt?“ „Verschwunden.“ Lumi sah niedergeschlagen zu Boden. „Ich wollte die Girlanden prüfen und… und als ich zurückkam, war er weg.“ Mila ballte die Fäuste. „Wir finden ihn!“ „Wirklich?“, fragte Lumi hoffnungsvoll. „Natürlich!“, sagte Jonas. „Weihnachten ohne Lichter – das lassen wir nicht zu!“

Die drei machten sich auf den Weg. Zuerst gingen sie zum Eislaufplatz. Vielleicht war der Kristall aus Lumis Tasche gefallen, als er dort vorbeikam. Die Eisfläche glitzerte, doch kein Kristall war zu finden. Dann suchten sie in der Straßenbahn, die Lumi immer nutzte, wenn er schnell durch die Stadt wollte. Der Fahrer ließ sie sogar unter die Sitze schauen, doch wieder fanden sie nichts. Sie fragten die Kinder auf dem Spielplatz, die Stadtmusikanten, die Postbotin und sogar eine Gruppe Straßenkünstler. Einige hatten etwas glitzern sehen, aber sie waren sich nicht sicher.

Schließlich kamen sie an einer kleinen, alten Brücke vorbei, die über den Fluss führte. Unter der Brücke lebten ein paar Stadtenten – und die waren ganz aufgeregt. Sie schnatterten wild durcheinander und watschelten um Lumis Füße. „Was ist denn mit euch los?“, fragte Mila lachend. Eine besonders mutige Ente schnatterte und zeigte mit dem Schnabel in Richtung eines kleinen Schneehaufens. Mila schob vorsichtig etwas Schnee zur Seite – und plötzlich glitzerte etwas Blaues und Helles hervor. „Der Lichtkristall!“, rief sie triumphierend. Lumi sprang vor Freude in die Luft. „Ihr habt ihn gefunden! Er muss mir beim Überqueren der Brücke aus der Tasche gefallen sein!“ Die Enten schnatterten stolz, als hätten sie selbst geholfen.

Gemeinsam liefen sie zurück zum Marktplatz. Die Menschen waren noch immer dort, in der Hoffnung, dass irgendetwas passieren würde. Lumi setzte den Kristall vorsichtig in den großen Schalterkasten ein. Es machte pling, pling, pling, als die Magie zu arbeiten begann. Dann stellte er sich auf Zehenspitzen und drückte den Schalter. Ein tiefes Raunen ging durch die Menge und dann – FUMMMMM! – erstrahlte der gesamte Baum in einem Meer aus Licht.

Goldene, silberne, blaue und rote Lämpchen funkelten über den Platz. Die Menschen klatschten und lachten. Kinder drehten sich im Kreis, alte Menschen lächelten, und sogar Busfahrer Brumm wischte sich verstohlen eine Träne aus dem Auge. Der Bürgermeister rief: „Dank Mila und Jonas ist Weihnachten gerettet!“ Mila und Jonas sahen sich an und grinsten. Lumi winkte ihnen zu und verschwand mit einem kleinen Puff aus Schneeflocken – Wichtel eben.

Mila und Jonas standen Hand in Hand vor dem riesigen, strahlenden Baum. „Weißt du“, sagte Mila leise, „Weihnachten ist noch schöner, wenn man zusammen etwas Gutes tut.“ Jonas nickte. „Und wenn man Lichtkristalle rechtzeitig findet.“ Mila lachte, und über der ganzen Stadt glitzerte der Schnee wie ein großes, leuchtendes Weihnachtsversprechen.

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